Die Ebenen des visuellen Designs

Seit bald 4 Jahren unterrichte ich nun Grafikdesign und in dieser Zeit habe ich etliche Präsentationen vorbereitet, Designprojekte begleitet und Feedbackrunden gehalten. Dadurch konnte ich zahlreiche Entdeckungen über visuelles Design in vielerlei Facetten machen, die ich wiederum in meine Lehrveranstaltungen einbaute und so mein Wissen weiterentwickeln konnte. Eine dieser Erkenntnisse waren die Ebenen des visuellen Designs und darüber möchte ich heute gern ein wenig schreiben.

Jedes visuelle Design, sei es ein Logo, ein Flyer oder eine Infografik, besteht aus diversen Elementen. Und jedes dieser Elemente muss für sich als auch in Relation zu den anderen Elementen gestaltet werden. Dies betrifft also zwei Ebenen des visuellen Designs: die Mikroebene, wo es um die Gestaltung der einzelnen Elemente geht und die Makroebene, wo es um die Gestaltung der einzelnen Elemente in Relation zueinander geht.

Die Mikroebene des visuellen Designs – Gestaltung einzelner Elemente

In der Mikroebene werden die einzelnen Elemente, die ja schlussendlich das Ganze bilden, in ihrer

  • Farbe,
  • Form,
  • Typografie und
  • ihrem grafischen Stil

gestaltet. Jedes Element für sich wird betrachtet und „geformt“. In gewisser Weise wird dabei auch versucht den Inhalt, die Botschaft den Kontext mit der Gestaltung der einzelnen Elemente widerzuspiegeln.

Die Makroebene des visuellen Designs – Gestaltung der Elemente zueinander

In der Makroebene wird das Ganze betrachtet und geformt – alle Elemente im Format. Die einzelnen Elemente in Beziehung zueinander bilden eine Einheit durch

  • Kontinuität,
  • visueller Hierarchie,
  • Weißraum und
  • Anordnung.

Alle Elemente werden in Einklang miteinander gebracht. Die Gestaltung der Makroebene beeinflusst wesentlich die Gesamtwirkung des visuellen Designs als auch die Lenkung der Aufmerksamkeit der BetrachterInnen.

Die Ebenen des visuellen Designs im Designprozess (ab digitaler Gestaltung)

Wenn ich meinen Designprozess genauer betrachte, dann kann ich sagen, dass ich im ersten Schritt des Designprozesses verstärkt die Mikroebene bearbeite – also die einzelnen Elemente. Man springt jedoch trotzdem immer in gewisser Weise in die Makroebene, da man bei der Gestaltung der einzelnen Elemente auch bereits in Relation zu den anderen Elementen gestaltet. Hat man einmal alle Elemente gestaltet und platziert, so befindet man sich verstärkt in der Makroebene, wo es um die Stimmigkeit der einzelnen Elemente zueinander geht. Verändert man dann einzelnen Elemente springt man wiederum in die Mikroebene. Zusammenfassend kann man daher sagen:

  • Zu Beginn des Designprozesses befindet man sich in der Mikroebene und macht immer wieder Sprünge in die Makroebene
  • Zum Ende des Designprozesses befindet man sich in der Makroebene und macht immer wieder Sprünge in die Mikroebene 

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